
ERSATZBEINE / REPLACEMENT LEGS
Insekten haben hierzulande einen schweren Stand. Man redet von Biomasse, die laut NABU um 75 % verschwunden ist. Wen kümmerts? Sie passen eben nicht in unser ästhetisches Muster. Und wenn sie mal unsere Aufmerksamkeit bekommen, gelangen sie eher zu trauriger Berühmtheit. Wie Gregor Samsa, der sich einst in ein riesenhaftes Ungeziefer verwandelt hat, und Super Juchti konnte das Herausbohren von rund 20 Millionen Tonnen Steine und Erde nicht verhindern. Ich biete den lädierten und gebeutelten Kreaturen Beinprothesen an. Aber auch diese sind unbrauchbar. Zu schwer, zu unförmig und am falschen Ort. In dieser ästhetisierten Form werden sie kaum für mehr Stabilität sorgen. Sie gleichen vielmehr einem geheimen Code an dem sich die Wissenschaft abarbeiten kann.

© ERSATZBEINE / REPLACEMENT LEGS
2024
Mixed media, bronze, iron, wood
35 cm wide, 53 cm high, 3 deep

© ERSATZBEINE / REPLACEMENT LEGS
2024
Mixed media, bronze, iron, wood
35 cm wide, 53 cm high, 3 deep

© ERSATZBEINE / REPLACEMENT LEGS
2024
Mixed media, bronze, iron, wood
35 cm wide, 53 cm high, 3 deep

GENIUS LOCI
Blumen halten sich mit Hilfe eines Eisendrahtes aufrecht. Eigentlich wären Sie dem üblichen Kreislauf von Werden und Vergehen anheim gefallen. Doch diese Blumen widersetzen sich. So verharren sie nun und können doch keine Wurzeln schlagen. In diesem Zwischenort kann nichts gedeihen. Sie fangen sogar bei der geringsten Berührung an zu zittern und ihre schweren Blütenköpfe schlagen mit leisen dumpfen Tönen aneinander. Sie sind der Erde und auch dem Himmel zu fern und erinnern nunmehr an zerzauste Vogelscheuchen.

© GENIUS LOCI
2017
bronze, iron, terra, plaster
width 10 cm, depth 8 cm, height ca. 19 cm

© GENIUS LOCI
2017
bronze, iron, terra, plaster
width 10 cm, depth 8 cm, height ca. 19 cm